Nord-GRÜNE diskutieren Landtagswahlprogramm

Dieses Wochenende diskutieren und beschließen wir Nord-GRÜNE unser Landtagswahlprogramm in Neumünster. Mit unserem Programm wollen wir verteidigen, was gut ist und erneuern, was besser werden muss in Schleswig-Holstein. Wir wollen Schleswig-Holstein weiter sozialer und gerechter machen, das Klima und unsere Natur schützen, unsere Demokratie verteidigen und gleichzeitig unseren Staat modernisieren, und nicht zuletzt den Fortschritt gestalten!

Dazu sagt Aminata Touré, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein:

„Es besorgt mich, wenn Menschen mir sagen, dass die Politik der Bundesregierung ihren Alltag nicht versteht und durch ihre Kürzungspolitik ihr Leben verschlechtern. Die Bundeskürzungsregierung um Merz, Klingbeil, Prien und Hubertz beschließt ausschließlich Einsparungen und hat nicht einmal versucht sensible Bereiche rauszunehmen.

Wir haben das hier in Schleswig-Holstein anders beschlossen: Keine Kürzungen bei Kindern und Jugendlichen! Keine Kürzungen bei Familien! Und deshalb sage ich ganz deutlich: Am 18. April steht auch auf dem Wahlzettel, ob dieses Land von Schwarz-Rot regiert werden soll und wir hier in Schleswig-Holstein eine Bundesregierung 2.0 bekommen oder eine grün geführte Regierung, die sich um echten Klimaschutz und echte soziale Gerechtigkeitspolitik kümmert!

Unser Programm heißt nicht umsonst Schleswig-Holstein-Programm. Wir wollen dieses Land anführen – mit mir als Ministerpräsidentin. Dieser Wahlkampf, das Rennen um die Staatskanzlei ist kein Zweikampf zwischen zwei Männern, sondern ein Dreikampf!

Faire Familienpolitik

Als Frau und arbeitende Mutter möchte ich in einer Frage noch einmal sehr deutlich werden: Wir können noch so viel über die sogenannten stillen Reserven, also Frauen, auf dem Arbeitsmarkt diskutieren. Wenn aber nicht genug Geld in die Kinderbetreuung gesteckt wird, dann wird das nicht funktionieren. Ich möchte von keinem Mann und erst Recht von keinem männlichen Politiker mehr eine Motivationsrede hören, dass Frauen einfach mehr arbeiten sollen. Ich kann niemanden ernst nehmen, der über Wirtschaftspolitik spricht und sich keinen Tag ernsthafte Gedanken darüber gemacht hat, wer auf unsere Kinder aufpasst.

Energiewende ist Schleswig-Holsteins Standortvorteil

Die Energiewende ist für uns nicht nur Klimaschutz, sondern Standortvorteil. Sie ist die Grundlage für wirtschaftlichen Wohlstand und soziale Sicherheit. Wer heute nicht in erneuerbare Energien investiert, nimmt in Kauf, dass die Menschen morgen einen noch höheren Preis bezahlen! Am 18. April steht auch diese Frage auf dem Wahlzettel: Wer eine Wirtschaftspolitik möchte, die auf erneuerbare Energien setzt, Nachhaltigkeit, Wertschöpfung und Reinvestition vor Ort, wer ein Korrektiv zu dem Kurs der Katherina Reiche-CDU haben will, der muss GRÜN wählen!

Gerechtere Wohnpolitik

Wir erleben gerade eine Wohnkrise, wie wir sie in dieser Form seit Jahrzehnten nicht erlebt haben und unsere Gesellschaft verändert sich: Haushalte werden kleiner. Immer mehr Menschen leben allein. Gleichzeitig sind Grundstückspreise und Baukosten gestiegen. Für immer mehr Menschen wird bezahlbarer Wohnraum zu einer harten sozialen Frage. Wir müssen darauf Antworten geben. Aber: Wir werden diese Krise nicht von heute auf morgen lösen. Ich werde nicht anfangen, Versprechen zu machen, von denen ich weiß, dass wir sie in kurzer Zeit nicht einlösen können. Wir müssen klüger bauen, vorhandenen Wohnraum besser nutzen und wo Vermieter sich unmöglich verhalten, stärker gesetzlich reingehen. Und wir brauchen noch mehr Antworten, als wir alle sie heute haben.

Dazu sagt Lydia Rudow, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein:

„Wir Grünen gestalten seit 30 Jahren dieses Land, 24 Jahre davon in der Regierung. Das ist mehr als jede andere Partei in den letzten drei Jahrzehnten. Wir sind die Schleswig-Holstein-Partei. Wir haben dieses Land vorangebracht hat und die 270 Seiten unseres Wahlprogramms zeigen: Wir haben noch lange nicht fertig. Das Ziel ist ganz klar, das Ziel ist der 18. April 2027 und das stärkste Ergebnis, was wir GRÜNEN jemals in Schleswig-Holstein erreicht haben – 20 Prozent plus und Regierungsverantwortung.

Wir wollen frühkindliche Bildung stärken und mit einem betragsfreien Kitajahr dafür sorgen, dass Familien entlastet werden. Wir wollen das erste klimaneutrale Industrieland werden. Wir wollen unser Trinkwasser schützen und einen Aktionsplan für lebendige Flüsse und Seen aufstellen. Wir wollen einen Kulturpass für Jugendliche einführen und ein Bildungsticket, damit sie für maximal 1 Euro pro Tag auch dahinkommen können. Wir wollen Schulen mehr Freiheiten und Ressourcen geben, denn sie wissen am besten, was ihre Schüler*innen vor Ort brauchen. Wir wollen, dass alle Kinder in Schleswig-Holstein Schwimmen lernen. Wir werden eine landesweite Mietpreisbremse einführen und das Wohnraumschutzgesetz verschärfen. Wie werden ein Artenvielfaltsgesetz auf den Weg bringen, das den Schutz der biologischen Vielfalt zur Priorität macht. Wir wollen einen hauptamtlichen Landestierschutzbeauftragten, damit Verstöße gegen das Tierwohl konsequent geahndet werden – leider ist das aktueller denn je. Wir wollen das Tariftreue- und Vergabegesetz wiedereinführen. Wir werden ein Klimaschutzfachkräfteprogramm auflegen und das Handwerk als Rückgrat der Transformation stärken. Und: Wir werden unsere Demokratie verteidigen, gegen Feinde von Innen und Außen!“

Gazi Freitag, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein ergänzt zum Thema soziale Gerechtigkeit:

„Soziale Gerechtigkeit ist für mich nicht bloß ein Kapitel im Programm. Es ist eine Frage, was für eine Zukunft Kinder haben. Als ich ein Kind war, hat mich niemand gefragt, wie es mir geht. Wir sorgen dafür, dass heute jemand fragt. Wir wollen konkrete Lösungen bieten für die Menschen in Schleswig-Holstein. Ob Stadt oder Land, ob Kita oder altersgerechtes Wohnen – wir haben das ganze Land im Blick. Unser Wahlprogramm ist ein echtes Schleswig-Holstein-Programm.“

Presseinformation Nr. 019.2026 / 31.10.2026

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