„Hoffnung lässt sich organisieren. Wir haben das in diesem Wahlkampf erlebt, und wir werden es weiter tun.“
Der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Gazi Freitag:
„Getragen von einer enormen Mobilisierung der Zivilgesellschaft ist das nach der ersten Prognose das beste Ergebnis, das wir Grüne in Sachsen-Anhalt je erzielt haben. Noch vor einem halben Jahr hatte man uns dort abgeschrieben, als hätten wir keine Chance. Und wir haben etwas geschafft, das zuletzt in zwei ostdeutschen Landtagen misslungen ist. Wir sind nicht rausgeflogen, sondern deutlich drin.
Dass wir das erreicht haben, liegt maßgeblich an Suse Sziborra-Seidlitz und dem gesamten sachsen-anhaltischen Landesverband!
Ihr Einsatz unter schwierigsten Bedingungen hat Parteimitglieder weit über die Landesgrenzen hinaus beeindruckt und motiviert, mit anzupacken. Mitglieder aus allen Landesverbänden wollten Teil dieses Wahlkampfs sein, das war ein echtes Gemeinschaftswerk der ganzen Partei.
Hoffnung lässt sich organisieren. Wir haben das in diesem Wahlkampf erlebt, und wir werden es weiter tun.
Gleichzeitig darf uns die Freude über das grüne Ergebnis nicht den Blick darauf verstellen, was diese Wahl insgesamt bedeutet.
Ergebnis von rund 44 Prozent ( Prognose von 19:00 am 06.09.) für eine rechtsextreme, verfassungsfeindliche Partei ist eine Zäsur, mit der sich unser ganzes Land auseinandersetzen muss, unabhängig davon, ob diese Partei am Ende regiert oder nicht. Das ist auch ein Ergebnis katastrophaler Bundespolitik von CDU und SPD, die nicht reformiert, sondern bei den bedürftigsten kürzt und somit diese Gesellschaft weiter spaltet.
Für uns bedeutet das jetzt vor allem drei Dinge:
Wir schützen jene, die durch die AfD und ihr Umfeld bedroht sind und werden, das ist keine abstrakte Aufgabe, sondern eine sehr reale.
Alle demokratischen Kräfte in Sachsen-Anhalt tragen jetzt Verantwortung dafür, eine stabile, demokratische Regierung mit tragfähigen Lösungen für das Land zu bilden.
Und wir müssen unsere Demokratie insgesamt erneuern und stärken, damit Menschen wieder das Gefühl haben, dass Politik ihr Leben verbessert. Eine künftige grüne Landtagsfraktion wird dabei stärker gefordert sein denn je, für ambitionierten Klima- und Naturschutz, gerechte Bildung und ein bezahlbares Leben zu arbeiten, gemeinsam mit den vielen Vereinen und Menschen in Sachsen-Anhalt, innerhalb wie außerhalb des Parlaments.
Es bleibt an diesem Abend noch ein langes Hoffen, bis alle Stimmen ausgezählt sind. Sollte am Ende eine demokratische Mehrheit möglich sein, stehen alle Demokratinnen und Demokraten in der Pflicht, sie auch zu nutzen.
Ein herzliches Dankeschön geht an alle Aktiven aus Schleswig-Holstein, die zu unserem Partner-Landesverband nach Sachsen-Anhalt gefahren sind und dort Wahlkampf gemacht haben, sowie an die Kreis- und Ortsverbände, die das unterstützt haben. Sachsen-Anhalt ist unser grüner Partnerlandesverband, und diese Verbundenheit ist an diesem Abend besonders spürbar.
Der Blick geht jetzt nach vorn. In den kommenden zwei Wochen entscheidet sich viel bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sowie bei der Kommunalwahl in Niedersachsen an diesem Sonntag. Wir werden alles daransetzen, in Schwerin mit Claudia Müller in Regierungsverantwortung zu gehen, in Berlin mit dem künftigen Regierenden Bürgermeister Werner Graf die Regierung anzuführen und in Niedersachsen schon an diesem Sonntag unsere grüne Basis in den Kommunen weiter auszubauen.