Ann-Kathrin Tranziska

Landesvorsitzende, KV Pinneberg

Wie ist dein Interesse an Politik geweckt worden?

Ich kann mich eigentlich nicht daran erinnern, mich irgendwann nicht für Politik interessiert zu haben. Themen, die mich bewegten, waren schon als Kind die Haltungsbedingungen von Hühnern, die Vermeidung von Plastikmüll und der Erhalt der Umwelt. Auf die Idee, mich selbst politisch zu engagieren, bin ich in Pinneberg gekommen: Ich wollte mich einmischen, statt „einfach nur zu nörgeln“. In diesem Zuge habe ich mich für die GRÜNEN entschieden: Die Partei war schon immer meinem Bauchgefühl und Empfinden am nächsten.

Dein erstes Mal bei den GRÜNEN – wie war`s?

Um den GRÜNEN beizutreten, habe ich in der Kreisgeschäftsstelle Pinneberg angerufen und wurden zum Kaffeetrinken eingeladen mit einer sehr netten Dame, Beate, eingeladen. Aus diesem Termin ist letztendlich nicht nur wie geplant eine Mitgliedschaft geworden, sondern auch eine Freundschaft mit Beate. Sie war es auch, die mich zu meiner ersten Kreismitgliederversammlung mitnahm und zusammen mit anderen Mitreisenden dazu motivierte, als BDK-Delegierte zu kandidieren.

Seit wann lebst Du in Schleswig-Holstein – und warum?

Ich lebe seit 2004 hier ­– ehrlicherweise ursprünglich wegen der Nähe zu Hamburg und meinen Eltern. Dass wir mit dem Umzug auf die andere Seite des Waldes das Bundesland gewechselt haben, war kein Thema damals. Das Wohnen im Hamburger Rand hat mich über die Jahre allerdings deutlich von den Vorzügen Schleswig-Holsteins überzeugt. Wenn ich jetzt gefragt werde, wo ich wohne, sagte ich nicht mehr „bei Hamburg“, sondern begeistert „in Schleswig-Holstein!“

Woher ziehst du deine Energie für deine Arbeit bei den GRÜNEN?

Daraus, dass es so viel zu entdecken gibt im Leben! Meine Kinder und mein Mann erden mich immer wieder und lenken meinen Blick auf das wirklich Wichtige. Zeit mit ihnen zu verbringen, ist der perfekte, gelebte Kontrast zu Sitzungen und dem gut organisiertem Parteileben. Außerdem gehe ich fast täglich laufen – dabei bekomme ich hervorragend den Kopf frei.

Wenn du eine Sache von heute auf Morgen ändern könntest, was wäre das?

Weltfrieden ist eigentlich meine Standardantwort, aber das ist vielleicht zu abstrakt. Konkreter möchte ich den gesamten Bildungsweg – von der frühkindlichen Bildung über die Uni bis hin zu Fortbildungen – staatlich finanzieren. Das würde sehr viel dazu beitragen, mehr Chancengleichheit und eine bessere Life-Work-Balance in den Familien, egal welcher Herkunft, zu ermöglichen.

Was sind deine Visionen für die Zukunft der Partei und der GRÜNEN Idee?

Schon seit einiger Zeit beobachte ich, dass GRÜNE Positionen, die noch vor ein paar Jahren von vielen als „Spinnkram“ abgetan wurden, immer mehr in breiten Teilen der Gesellschaft angenommen werden: Umweltschutz, Atomausstieg, Mülltrennung sind mittlerweile für viele Menschen selbstverständlich. Würden diese Entwicklung auch in den Bereichen Migrationspolitik, Sozialpolitik, Tierhaltungsstandards, Zeitmanagement und Frauenpolitik so weiter gehen, wäre ich begeistert! Etwaige Flügeldiskussionen werden hinfällig, wenn wir an der Meinungsbildung massiv beteiligt sind.

Jahrgang 1974

Verheiratet, 4 Kinder

GRÜNES:

2015 – 2017 Kreisgeschäftsführerin der GRÜNEN im Kreis Pinneberg

seit 2017 Sprecherin LAG Frauenpolitik

seit 2013 im Ortsvorstand Pinneberg und dort seit 2014 Sprecherin

seit 2012 Kommunalpolitikerin in Pinneberg

Berufliches:

2000- 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik Würzburg (Doktorandin)

2003 – 2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für molekulare Neurobiologie Hamburg (PostDoc)

seit 2009 Selbstständig tätig als Inhaberin von experimentini – Experimentierkurse für Kinder, Trainerin für die Stiftung Haus der kleinen Forscher