Energie

Klimabeschlüsse von Paris umsetzen: Energiewende in allen Sektoren entschieden vorantreiben!

Am 12. Dezember 2015 beschloss die UN-Klimakonferenz in Paris die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2° C, möglichst 1,5° C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Erreichbar ist das gesteckte Ziel nur mit einer sehr konsequenten Klimaschutzpolitik, die hier und heute entschieden vorangebracht werden muss. Das bedeutet für die Welt und für Schleswig-Holstein eine weitgehende Dekarbonisierung und Minderung der Treibhausgasemissionen.

Wir GRÜNE in Schleswig-Holstein werden unsere Politik weiterhin konsequent auf Energiewende und Klimaschutz ausrichten. Das Übereinkommen von Paris ist dabei Richtschnur des politischen Handelns.

Es kommt darauf an, dass wir schnell und wirksam handeln – Ganz anders als die Bundesregierung es derzeit durch die Beschränkung der Erneuerbaren Energien auf höchstens 45% Ausbau bis 2025 macht. Wenn wir die größten Emissionsquellen schnell abstellen, bleibt Spielraum, gute Lösungen für schwierige Teilbereiche zu finden. Wesentliche Handlungsfelder der Politik für unser Land sind die CO2-Bindung, z.B. durch nachhaltige Forst- und Landwirtschaft, Humusaufbau, Moorschutz, Energie-Effizienz und -Einsparung sowie die Erzeugung von Erneuerbarer Energie. Die Energiewende erfordert eine intelligente Verknüpfung der einzelnen Energiemärkte miteinander.
Die Sektorenkopplung verbindet Strom, Wärme und Verkehr.

Alle sinnvollen Möglichkeiten der Minderung von Treibhausgasen müssen ausgeschöpft werden!

Unter der Annahme eines durch Energieeffizienz leicht rückläufigen Stromverbrauchs wollen wir ungefähr dreimal so viel Strom aus erneuerbaren Energien bedarfsgerecht erzeugen, wie wir im Stromsektor verbrauchen. Das wollen wir aus zwei Gründen:

  • Export von sauberem Strom in energiewirtschaftlich weniger privilegierte Teile und Metropolen Deutschlands
  • Beitrag zum Klimaschutz in Verkehr und Wärmeversorgung

Weil sich der Stromverbrauch durch Effizienz und Sektorkopplung verändert, definieren wir unser Ziel nicht mehr in Prozenten sondern als Mindeststrommenge von ca. 44 TWh bedarfsgerechter Stromproduktion aus Wind an Land, Offshore, Solar, Biomasse, Wasserkraft und eventuell weiteren erneuerbaren Erzeugungstechnologien.

Wir stellen fest:

Die Energiewende erfordert einen weitgehenden Umbau unserer komplexen Industriegesellschaft.
Sie ist eine Aufgabe aller Ebenen in Politik und Zivilgesellschaft und gleichzeitig eine große
Chance für die regionale Wirtschaft. Die Energiewende begeistert die Menschen für eine positive
Zukunft, geht aber wie alle Veränderungen auch mit Ängsten einher.

Wir sind uns sicher:

Wenn wir nichts tun, wird es richtig teuer für uns. Die Folgen des Klimawandels wären katastrophal. Wetterextreme nehmen zu, Verteilungskriege um verknappende Energierohstoffe oder Trinkwasser drohen, ebenso wie humanitäres Elend in Gebieten, in denen Landwirtschaft nicht mehr möglich ist, die versalzen oder überfluten. Die Artenvielfalt wird dramatisch schrumpfen und das gesamte Ökosystem Meer durch Übersäuerung gefährdet. Allein das Abschmelzen des Grönlandeises würde einen Meeresspiegelanstieg von 7m auslösen. Klimaschutz ist aktive Wirtschafts- und Friedenspolitik und ein wichtiges Instrument zur Fluchtursachenbekämpfung.

Klimagerechtigkeit kann nur für unsere eine Welt gemeinsam gedacht werden.

Auch vor unserer Tür werden die Folgen des Klimawandels nicht haltmachen.  Wir sagen Ja zum Leben und wollen unsere Umwelt für uns und kommende Generationen schützen.

Wir wissen:

Die große Chance liegt im sofortigen Handeln. Wir können mit heutigem Wissen und bekannter Technologie Klimaschutz und Energiewende bewältigen. Und: Entwicklung und Forschung bleiben nicht stehen.

Viele Frauen und Männer in Unternehmen und Handwerk, in Wissenschaft und Forschung arbeiten daran und machen die Technologien immer besser. Das Potential der Erneuerbaren Energien ist riesig und unerschöpflich.

Gab es ein Zeitalter vor dem Telefon? Vor dem Computer? Industrielle Revolution, Auto, Computer und Smartphone lehren uns: Technologische Sprünge sind möglich und machbar. Dabei nutzen wir alle Möglichkeiten und achten genau darauf, dass nicht neue große Risiken entstehen.

Wir starten durch…

…und packen jetzt an. Ohne die Energiewende werden viele Menschen zukünftig die steigenden Kosten für Wärme, Mobilität und Strom kaum noch stemmen können. Mit der Energiewende bei der Wärmeversorgung wollen wir energetische Teilhabe für alle schaffen. So sind die Wärmekosten ein größerer Faktor als die Stromkosten. Es ist unser Ziel, dass Stück für Stück alle Häuser in Deutschland – soweit wirtschaftlich vertretbar – zügig energetisch saniert werden und der verbleibende Wärmebedarf durch Erneuerbare Energien gedeckt wird. Denn die Sonne schickt uns keine Rechnung.

Und wir fangen nicht bei Null an. Die GRÜNEN in SH können auf einer Erfolgsgeschichte aufbauen. Wir haben ein Energiewendeministerium gegründet. Im letzten Jahr haben wir schon mehr Erneuerbaren Strom erzeugt, als im Land verbraucht wurde.

Wir wollen mehr:

Sektorkopplung heißt die intelligente Verknüpfung von Strom – Wärme – Verkehr. Wenn viel Strom erzeugt wird, stellt die Fabrik die Produktion von Prozesswärme von Erdgas auf Strom um, lädt das E-Mobil seine Akkus, läuft im gut gedämmten Haus die Wärmepumpe: Zuschaltbare Leistung wird durch Preissignale gesteuert. Intelligente Netze sorgen mit Automatisierung für günstigen Strom und Komfort.

Die Maschinen laufen, wenn der Wind weht.

Sektorenkopplung bedeutet auch, bei hohem Stromangebot Wasserstoff zu erzeugen und flexible industrielle Prozesse zu nutzen. Bisher hat die Industrie von gesunkenen Strompreisen profitiert. Sie profitiert auch von den vielen neuen Aufgaben und Lösungen, die mit der Energiewende verbunden sind. Jetzt muss sie sich verstärkt an ihr beteiligen.

Die Landesplanung weist Vorranggebiete für Windenergie aus. So stellen wir den Ausbau auf sichere Füße. Wir definieren Flächen für Sonnenstrom und -Wärme (Dachflächenkataster, Siedlungsgenossenschaften, Installation von PV auf Dächern öffentlicher Gebäude) und wollen Biomasse nachhaltiger nutzen als bisher. Dabei setzen wir auf Bürgerbeteiligung und Bürgerenergie, Contracting und Mischfinanzierungen.

Klimaschutz ist mehr als Energieerzeugung. Wir schützen Moore und Dauerweiden, bewirtschaften nachhaltig den Wald und nutzen so die Kohlenstoffbindung der Natur. Dies hilft oft mehrfach: so stammen in Schleswig-Holstein noch immer 9,3% der Treibhausgasemissionen aus entwässerten Mooren. Die Wiedervernässung von Moorböden und höhere Wasserstände in der Bewirtschaftung sind daher ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz. Wachsende Moore schaffen aber auch Lebensraum für eine Fülle von Pflanzen und Tierarten und kulturell wertvolle Landschaften. Unerlässlich ist eine klimafreundliche Landwirtschaft. Und wir werden im Land neue Effizienzoffensiven und Einsparinitiativen aufbauen, gleichzeitig die Bestehenden unterstützen. Oft rentieren sich diese Maßnahmen auch finanziell sehr schnell.

Uns ist bewusst:

Wir bewegen uns mit der Energiewende in einem ökologischen Zielkonflikt. Energieerzeugung selbst aus Wind und Sonne bedeutet auch, Fläche, Leitungsbau, Reste an Emissionen. Jede Windenergieanlage ist ein Eingriff – sie beeinträchtigt Mensch, Natur und Landschaftsbild. Dem ist in den Genehmigungsverfahren Rechnung zu tragen. Korrekturen sind bei den Erneuerbaren relativ leicht möglich. Eine Windenergieanlage oder Solaranlage, die nach neuen Erkenntnissen und neuen Anforderungen der Standortplanung nicht am richtigen Ort steht, kann technisch in kürzester Zeit zurückgebaut und recycelt werden. Demgegenüber ist Atommüll auch nach einer Millionen Jahre noch nicht sicher. Rückbau, Lagerung und Entsorgung kosten Unsummen. Braun- und Steinkohle setzen jährlich viele Tonnen Quecksilber frei und schädigen besonders bei Kindern Haut und Lungen. Wohnhäuser, Dörfer, historische Bauwerke und ganze Landschaften werden abgebaggert, ohne dass sich die Anwohner wehren können. Wehren können sie sich auch nicht beim Fracking, das unser Trinkwasser bedroht. Zusammen mit CCS (Carbon Capture and Storage) und Ölbohrungen sind Kohleabbau und Fracking Belege dafür, wie dringend wir eine Reform des Bundesbergrechts brauchen.

Wer aus den veralteten Technologien aussteigt, muss sie durch die Technologien der Zukunft ersetzen: Erneuerbare Energien. Dass wir Grüne das können, haben wir in Ländern und Kommunen gezeigt. Ob Wind, Solar oder Netzausbau: Wo uns Verantwortung anvertraut wurde, gehen wir mit den Menschen zusammen voran. Gemeinsam mit den BürgerInnen Schleswig-Holsteins stellen wir uns auch schwierigen Entscheidungen. GRÜNE Politik steht dabei für Transparenz und Dialog.

Bürgerbeteiligung, Bürgerwindpark, Bürgersolaranlagen: Markenzeichen für Schleswig-Holstein!

Bürgerbeteiligung heißt nicht nur mitreden. Bürgerwind- und Solarparks sind Markenzeichen der Energiepolitik im Echten Norden. Bevölkerung und regionale Wirtschaft profitieren von der neuen Energie. Das wollen wir weiterhin unterstützen. Für unser Wirtschaftsleben macht es einen gewaltigen Unterschied, wo mit der Energiewende verdient wird. Bleibt das Stromgeld in Sprakebüll, Marne, Fehmarn oder fließt es ab nach Düsseldorf, Frankfurt, Luxemburg oder London?

Die Energiewende bringt Wertschöpfung in den ländlichen Raum. Allein die Windbranche hat ein jährliches Gewerbesteueraufkommen von jährlich 60 Mio. €, überwiegend in strukturschwachen Regionen. Wir kämpfen weiter für die Akteursvielfalt bei der Energiewende. Schleswig-Holsteins Wirtschaft, die Pioniere der Energiewende, profitieren so – und das ist gut für unser Land.

Wir gestalten den Übergang: Energiewende bedeutet Ausstieg aus Atom und den fossilen Brennstoffen

Was wir aus Schleswig-Holstein für Deutschland fordern, wird anderswo Schattenseiten haben: der Kohleausstieg wird viele Tausend Arbeitsplätze betreffen. Für diese Menschen müssen wir Anschlusslösungen finden und erkämpfen. Dazu können Umschulungsprogramme, Strukturfonds und vieles mehr beitragen. Gelder aus dem Abbau Subventionen fossiler Energien können zur Finanzierung herangezogen werden.

Der Kohleausstieg kommt – so, oder so. Nur wenn wir damit als Gesellschaft ehrlich umgehen und jetzt anfangen, können wir für die Mitarbeiter*innen das Bestmögliche erreichen. Wegen des Vertrags von Paris haben Investoren bereits über 3 Billionen Euro aus fossilen Industrien abgezogen.

Die Technologien der Zukunft sind grün. Die Energiewende schafft bereits jetzt viele sichere Arbeitsplätze und sorgt für stabiles Wachstum. Wenn wir die Herausforderung annehmen, kann ein grünes Wirtschaftswunder gelingen.

Wir GRÜNE gehen diesen Weg:

Den Atomausstieg bis spätestens 2022 haben wir durchgesetzt. Wir wollen jetzt auch einen verbindlichen Pfad für den zügigen Ausstieg aus der Kohle festlegen. In den besonders betroffenen Regionen achten wir auf eine sozialverträgliche Umsetzung.
Das in Paris beschlossene 1,5 Grad-Ziel erfordert nach den Ergebnissen von zwei neuen Studien von Greenpeace und Greenpeace Energy den Ausstieg aus der Kohle zwischen 2025 und 2030 zu vollziehen. Nur so bleibt uns noch Zeit Lösungen für besondere Herausforderungen bei der Minimierung der Treibhausgase zu finden.

Ohne Kohle und Atom = Strom und Wärme erneuerbar!

Auch die Wärme- und Verkehrswende müssen rasch erfolgen. Bis 2035 soll die Wärmeversorgung weitestgehend auf CO2-freien Betrieb umgebaut werden.

Von der Haustür bis zum Ziel – erneuerbar mobil !

Ob Öffentlicher Personen- oder Individualverkehr – beide Bereiche sollen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Norwegen und die Niederlande machen es vor: ab 2025 sollen auch in Deutschland keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Bus und Bahn müssen gestärkt und zusammen mit LKW, Schiffs- und Flugverkehr auf Erneuerbare Energien umgestellt werden: Wasserstofferzeugnisse und Strom sind der Antrieb der Zukunft.

Wir stellen fest:

Die Energiewende erfordert einen weitgehenden Umbau unserer komplexen Industriegesellschaft. Sie ist eine Aufgabe aller Ebenen in Politik und Zivilgesellschaft. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft.

Mach mit!

„Die Sonne schickt uns keine Rechnung“ Franz Alt

Neuste Artikel

Mit Luise und Robert an der Spitze gehen wir in die Bundestagswahl

Nord-Grüne wählen ihr Team für Berlin

Mach Deinen Spaziergang zum CleanUp SH

Ähnliche Artikel