Wirtschaft

Positionspapier für Sondierungsgespräche

Der Parteirat von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein hat am 8. Mai 2017 im Vorfeld von Sondierungsgesprächen folgende Positionierung erarbeitet:

„Der Ausgang der Landtagswahl bedeutet für alle politischen Akteure eine hohe Verantwortung. Der Wählerwille muss eine Form finden und das Land braucht eine handlungsfähige Regierung. Keine Partei kann in der von ihr gewünschten Konstellation regieren.

Aber Politik ist mehr als Mathematik. Politik handelt von Ideen von der Gesellschaft und wie wir sie gestalten. Die zentralen Fragen der Zukunft betreffen:

a.) die Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch und damit die Frage, ob wir eine zukunftsfähige Wirtschaft auf der Basis von erneuerbaren Energien schaffen,

b.) die Frage, ob wir Weltoffenheit und Humanität organisieren wollen, statt uns national abzuschotten und Integration als Bedrohung zu begreifen,

c.) die Frage von Aufstieg und Gerechtigkeit angesichts von globalen Mechanismen, bei denen die Tüchtigkeit des einzelnen weniger zählt als die Kapitalinteressen großer Unternehmen,

d.) schließlich und über allem stehend, der Schutz von Freiheits- und Bürgerrechten angesichts eines autoritären, national-konservativen Roll-backs. Hier gilt es, die Vielfalt der Lebensformen als Chance und Ausdruck einer freien Gesellschaft zu verteidigen und zu stärken.

Die konsequente Forstsetzung der Energiewende, der ökologische Umbau der Industriegesellschaft und ein neuer Gründungsgeist, die Schaffung eines modernen Einwanderungsrechts (statt einer Leitkulturdebatte), die Reform der Sozialgesetzgebung sowie eine offene, vielfältige und verlässliche Bildungslandschaft, die Eigenverantwortlichkeit von Schule sowie gut ausgestattete Kitas sind dafür die richtigen Antworten.

Wir streben eine fortschrittlich-freiheitliche Regierung an, die den Mumm aufbringt, die ökologischen und sozialen Wandlungsprozesse zu gestalten. Dies ist nach unserer Auffassung in einer Ampel-Koalition am besten umzusetzen.“

Thema: 

Wirtschaft

Schleswig-Holstein ist durch kleine und mittelständische Unternehmen geprägt. Wir sehen sie als Partner*innen für ein neues Wirtschaftswachstum, das sich Schritt für Schritt vom Verbrauch der Ressourcen entkoppelt. Denn viele Verbraucher legen Wert darauf, dass Produkte fair erzeugt werden, klimagerecht und langlebig sind, dementsprechend wächst der Marktanteil von nachhaltigen Produkten. Wir wollen eine Nachhaltigkeitsstrategie für Schleswig-Holstein entwickeln, Gründergeist beflügeln und Start Ups fördern. Das Ziel ist eine Gemeinwohl-Ökonomie und eine Industriewende auf Basis von erneuerbaren Energien. Als Basis dafür wollen wir ein flächendeckendes Glasfasernetz gewährleisten. Die Westküste soll zum Hotspot für Wasserstofftechnologie entwickelt werden. Ein weiterer Fokus soll auf Maritime Wirtschaft, Gesundheitsbranche und nachhaltigen Tourismus gelegt werden. Auch das Handwerk braucht als treibende Kraft der Energiewende und als wichtiger Teil der Integration mehr Unterstützung.

Wenn Du Interesse an inhaltlicher Arbeit zu diesem Themenkomplex hast, bist Du herzlich eingeladen, Dich an unserer Landesarbeitsgemeinschaft Wirtschafts-, Haushalts- und Finanzpolitik zu beteiligen. Eine Parteimitgliedschaft ist dazu nicht erforderlich.

Hier geht’s direkt auf die Seite der LAG Wirtschaftspolitik.

Thema: 

Share economy

Kurzvorstellung der Arbeitsgruppe Share Economy:

Share economy oder KoKonsum (kollaborativer Konsum) – das sind aktuelle Kunstwörter, die die Kultur des Tauschens oder Teilens als Trend für ein verändertes Konsumverhalten westlicher Wohlstandsgesellschaften beschreiben. Zu tauschen statt zu kaufen, zu teilen und mehrfach zu nutzen statt zu verschwenden, zu verschenken bzw. zu reparieren und weiter zu verwerten statt zu entsorgen (“Upcycling”) – Die Idee begegnet uns im Alltag in Form von Carsharing, Foodsharing, CoWorking, Urban Gardening und einer inzwischen nicht geringen Zahl von Online-Tauschbörsen für Kleidung, Kinderspielzeug, und kleineren Dienstleistungen im Bereich Nachbarschaftshilfe.

Für den bibliothekarischen Bereich wird es spannend, wenn man Plattformen wie Tauschticket oder Tauschgnom betrachtet. Bibliotheken sind dabei in der komfortablen Situation, Shareconomy-Konkurrenzangebote gerade durch deren Sichtbarkeit im Netz bestens auffinden und ideal für sich nutzen bzw. eine strategische Symbiose eingehen zu können, wie es beispielsweise beim Aufkommen des Bookcrossing-Trends geschehen ist. Als non-profit-Institution, die es sich schon immer zur Aufgabe gemacht hat, gesellschaftlich durch das Teilen von Wissen und entsprechende Dienstleistungen beizutragen, kann eine Bibliothek einerseits ihrer Community konkrete Angebote als Plattform für Veranstaltungen oder Services mit Shareconomy-Bezug unterbreiten.

Andererseits kann sie sich bei zunehmender Kommerzialisierung von Shareconomy-Diensten mit ihrem öffentlichen Auftrag als Alleinstellungsmerkmal profilieren. Es könnte Bibliotheken leicht fallen, ein produktiver und aufgrund ihrer in dieser Hinsicht wirtschaftlichen Unabhängigkeit hochgeschätzter Teil dieser Bewegung zu werden, wenn sie sich den gesellschaftlichen Veränderungen auch in diesem Bereich nicht verschließen – ungeachtet dessen, wie kurzlebig dieser Trend sich vielleicht auch erweisen mag.

Mit diesem ganzen Themenspektrum wird sich diese Arbeitsgruppe unter dem Titel Share Economy befassen.

 

Berichte der Arbeitsgruppe:

 

 

 

 

 

 

 

 

Arbeitsgruppenleitung: Rasmus Andresen

 

Alle öffentlichen Treffen und Veranstaltungen der GRÜNEN ZUKUNFTSWERKSTATT findet ihr auf unserer Terminseite. Ein Mitmachen - oder auch nur Zuhören - ist jederzeit möglich. Bei Fragen wendet euch gern an: zukunftswerkstatt@sh-gruene.de.

 

 

Schlagworte: 

Land und Kommunen zu einer nachhaltigen Geldanlage bewegen

04.Juli.2016Wir GRÜNE wollen eine Zukunft ohne fossile Energie. Kohlekraft ist Klimakiller Nummer eins. Sie befördert den Klimawandel und verschmutzt unsere Luft. Wir GRÜNE wollen deshalb so schnell wie möglich aus der Nutzung von Kohlekraft und anderen fossilen Energieträgern aussteigen.
Dieser Ausstieg kann nur gelingen, wenn der Staat, Verbraucher*innen und institutionelle Anleger (Versicherungen, Pensions- und Investmentfonds etc.) nicht mehr in fossile Energien investieren.
Wir GRÜNE sagen deshalb: Divest now!

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